Behandlungen
Behandlungs- und Therapieformen
Behandlungen und Therapien
Schmerzmittel
Herkömmliche Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol sind oft unwirksam, da diese nicht an den geschädigten Nerven wirken. Aktuell kommen nur Schmerzmittel zur Anwendung, welche die Schmerzweiterleitung im Nervensystem beeinflussen. Dabei unterscheidet man folgende Gruppen von Schmerzmittel:
Antikonvulsiva (Antiepileptika): Wirkstoffe wie Gabapentin und Pregabalin dämpfen die Übererregbarkeit der geschädigten Nervenzellen.
Antidepressiva: Diese Wirkstoffe beeinflussen die Schmerzverarbeitung im Gehirn. Das sind zb Amitriptylin (trizyklisch) sowie die SNRIs Duloxetin und Venlafaxin.
Opioide: Werden nur bei sehr starken Schmerzen eingesetzt, wenn andere Therapien versagen, da sie ein hohes Abhängigkeitspotenzial haben.
Bei örtlich begrenzten Schmerzen zb nur an den Füßen können topische Mittel helfen wie zb:
Capsaicin-Pflaster oder -Salben: Nutzen den Wirkstoff der Chilischote zur Schmerzlinderung.
Lidocain-Pflaster: Betäuben die betroffene Hautpartie lokal.
Alpha-Liponsäure: Kann insbesondere bei diabetischer Neuropathie unterstützend wirken, um Nervenschäden zu begrenzen.
Vitamin B1 (Benfotiamin): Wird eingesetzt, wenn ein Vitaminmangel die Ursache der Nervenschädigung ist.
Omega-3-Fettsäuren: können auch bei Polyneuropathie helfen, allerdings tritt die Wirkung erst sehr langfristig auf und es gibt da auch gravierende Unterschiede. Algen- oder Fischöl sind wirkungsvoller, während Omega-3-Fettsäuren aus Lein- oder Olivenöl eine geringe Wirksamkeit haben.
Krafttraining bei Polyneuropathie
Wenn man die Muskeln trainiert kann man trotz der Polyneuropathie seine Kraft länger erhalten, bleibt mobiler und leistungsfähiger. Krafttraining kann die Polyneuropathie ausbremsen dh verzögern und hilft auch oft die Schmerzen zu lindern. Schmerzen sind bei Polyneuropathie geschädigte, entzündete Nerven. Dabei wird die Muskulatur schwächer. Wenn man es schafft, die Muskelkraft zu erhalten, dann beugt man solchen Schmerzen vor. Denn starke Muskeln sind widerstandsfähiger und halten mehr aus.
Vibrationstraining hilft bei Polyneuropathie
Beim Vibrationstraining stellt man sich auf eine spezielle Platte, die vibriert. Durch die Vibrationen werden in den Nerven Reflexe ausgelöst, die ebenfalls eine Anpassung auslösen. Riesige Trainingseffekte bringen diese Vibrationen nicht. Das wird häufig übertrieben, zumindest was Gesunde angeht. Menschen mit Nervenerkrankungen scheinen aber tatsächlich oft sehr positiv zu reagieren.
Elektrotherapie kann bei Polyneuropathie helfen
Die beiden häufigsten Arten der Elektrotherapie sind TENS und Hochtontherapie. TENS (Transkutane elektrische Nervenstimulation) wird sehr häufig bei Polyneuropathie angewandt und auch empfohlen. Viele Betroffene berichten von einer Linderung der Schmerzen nach einer solchen Behandlung. Diese hält leider allerdings nur für sehr kurze Zeit an, dient also nur der kurzfristigen Schmerzlinderung. Allerdings sind gute TENS-Geräte schon für wenig Geld zu bekommen und man kann, wenn es wirkt, ohne Medikamente seine Schmerzen lindern. Vielversprechender ist die Hochtontherapie. Die Hochtontherapie (HiToP) ist eine spezielle Elektrotherapie, die bei Polyneuropathie eingesetzt wird, um Schmerzen, Kribbeln und Taubheitsgefühle durch hochfrequente elektrische Impulse zu lindern, die tief ins Gewebe vordringen und Stoffwechsel sowie Durchblutung anregen sollen, was zu einer Reduzierung der Symptome und potenziell sogar zu einer Verzögerung des Fortschreitens der Nervenschädigung führen kann. Allerdings ist diese Therapie sehr zeitintensiv, da oft ein Sitzung zirka eine Stunde dauert und man mehrere Sitzungen pro Woche benötigt.
Dehnübungen, Massage und Physiotherapie
Bei vielen Menschen mit Polyneuropathie verändert sich aufgrund der Krankheit die Art wie sie sich bewegen und die Muskeln werden schwächer. Dadurch kommt es häufig zu Überlastungen der Muskulatur und in der Folge zu Verhärtungen und Verkrampfungen.
Diese verursachen Schmerzen, zusätzlich zu denen die durch die Polyneuropathie selbst entstehen. Gezielte Massage und Dehnung der betroffenen Stellen kann die Schmerzen von Patinten deshalb oft wesentlich reduzieren. Damit lassen sich zwar keine Nerven heilen, die Polyneuropathie bleibt also bestehen. Die Schmerzen lassen aber häufig trotzdem nach. Sobald Verkrampfungen der Muskulatur durch Massage und Dehnung gelöst werden, verringert sich eben auch der Schmerz.
